Aus dem Haus

Unser Album der Woche: Jeff Buckley – „You and I“

  • 12.03.2016
  • Jeff Buckley / You And I / Sony / 1 CD, € 18,99 / 1 LP, € 26,99

Jeff Buckley / You And I / Sony / 1 CD, € 18,99 / 1 LP, € 26,99

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Posthum veröffentlichte Alben stehen in der Regel im Verdacht, einfach nur mit dem Vermächtnis eines Künstlers einen Reibach zu machen, um Plattenfirmen und Nachfahren noch ein paar Euro in die Kasse zu spielen. Allerdings gibt es immer wieder Ausnahmen. Eine solche ist das Album „You And I“ von Jeff Buckley.

Der Sohn von Singer-Songwriter Tim Buckley stand gerade am Anfang seiner Karriere und hatte mit dem 1994 veröffentlichten „Grace“ sein Debütalbum am Start, als er 1997 auf tragische Weise in einem Seitenarm des Mississippi ertrank. Nachdem Jeff Buckley in den 80ern vor allem als Sessionmusiker unterwegs war begann er sich Anfang der 90er als Solokünstler einen Namen zu machen. In erster Linie reüssierte er mit Coverversionen in Cafés in New York. Daraus resultierte ein Vertrag mit Columbia Records, was zur Veröffentlichung von „Grace“ führte. Sieben der Songs waren eigene Kompositionen, aber ein Cover von Leonard Cohens „Hallelujah“ bescherte ihm die größte Aufmerksamkeit. Nach Buckleys Tod erschien die Song Collection „Sketches For My Sweetheart The Drunk“ als zweites Album. Es bestand aus Demos und überarbeitete fertige Aufnahmen für ein geplantes zweites Album.

Jetzt also „You And I“ mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen aus Jeff Buckleys „Café Days“, wie es seine Mutter Mary Guibert, die sich seit 18 Jahren um die posthumen Veröffentlichungen seines Repertoires kümmert, in ihren Liner Notes zum neuen Album beschreibt. Kurz nach Vertragsunterzeichnung mit Columbia begann Jeff Songs aufzunehmen, meist Cover Versionen, die er unter anderem im Sin-É spielte.

Die Überraschung auf dem Album ist der Original-Song „Dream Of You And I“, aber auch einige der Coverversionen sind echte Perlen: Dylans „Just Like A Woman“, „Night Flight“ von Led Zeppelin und zwei Songs von The Smiths, „The Boy With The Thorn In His Side“ und „I Know It’s Over“ und die allererste Studioaufnahme von „Grace“.

Jeffs Mutter Mary schreibt, dass alle Songs weder nachträglich gestimmt, verändert oder editiert worden sind und sie empfiehlt, dass der geneigte Hörer sich die Songs mit Kopfhörern anhört, damit die vergleichbare Situation wie in den Aufnahmestudios herrscht, quasi intim als Leiter der Aufnahme im Regieraum eines Studios. Das kann ich nur wärmstens empfehlen!

Ihr Hannes Kraus, Hauptabteilungsleiter Musik & Film 


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