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Aus dem Haus

Die wichtigsten Platten im September

  • 13.09.2015

Damit Sie nicht den Überblick verlieren, haben sich unsere Mitarbeiter aus der Musik-Abteilung durch jede Menge Stapel neuer CDs gehört und stellen Ihnen heute mit persönlichen Rezensionen ihre Favoriten vor.

Kommen Sie doch einfach in unserer Musik-Abteilung im Untergeschoss vorbei! Hier erwartet Sie nicht nur ein Maximum an aktuellen Trends und zeitlos guter Musik - vom 1. bis 30. September erhalten Sie bei uns auch den Gratis-Sampler "listen to berlin 2015/16".


SINGER-SONGWRITER
Nathaniel Rateliff & The Night Sweats / Nathaniel Rateliff & The Night Sweats / Universal / 1 CD, € 15,99 / 1 LP, € 32,99

Mit geschwellter Brust erfindet sich der Amerikaner Nathaniel Rateliff auf seinem dritten, selbstbetitelten Album neu. Dank der Hilfe seiner neu rekrutierten sechsköpfigen Band The Night Sweats wandelt sich der einstige Americana-Singer-Songwriter zum waschechten Roots Rocker! Wo früher neben vorsichtig gezupften Akustikgitarren-Klängen und Geschichten von meist chiffrierten Episoden aus seinem Leben eine bedeutungsschwangere Stille herrschte, pulsiert nun der Groove. Rateliffs Debut auf dem legendären Stax Label erinnert an Größen wie Van Morrison (Track 5 "S.O.B."). Rateliff gelingt das Wunderbare: Einflüsse eben genau das sein zu lassen was sie eigentlich sein sollen - Einflüsse. Er schafft es, sich unüberhörbar im Jetzt zu verankern und eine musikalische Brücke zu schlagen zwischen Roots und Neo Soul. Ohne dabei die Vergangenheit als reine Blaupause zu benutzen, sondern etwas unverkennbar Eigenes mit zu bringen.

ALTERNATIVE
Wilco / Star Wars / Indigo / 1 CD / € 15,99

Vier Jahre nach ihrem letzten Album "Whole Love" kehren die Helden des Americana mit "Star Wars" zurück. Die Zeit haben die einzelnen Mitglieder produktiv genutzt: Bandchef Jeff Tweedy gründete zusammen mit seinem Sohn die Band Tweedy, veröffentlichte ein äußerst persönliches Album und ging mit dem Sohnemann am Schlagzeug auf Tour. John Stirratt und Pat Sansone hingegen nahmen sich ihres wunderbaren Nebenprojekts Autumn Defence an und veröffentlichten ihr fünftes Album. All das scheint der Band außerordentlich gut getan zu haben. Denn "Star Wars" kommt einem im ersten Augenblick weniger durchdacht vor als seine Vorgänger. Dafür legt die Band aber so viel Spielfreude an den Tag wie schon lange nicht mehr!

ALTERNATIVE
The Libertines / Anthems for Doomed Youth / Universal / 1 CD, € 17,99 / 1 LP, € 22,99

Nach elf Jahren Funkstille, mehren Alben mit eigenen Bands und Soloalben sind The Libertines zurück! Es ist schon eine Art ein Wunder, dass dieses Album überhaupt erscheint. Wenn man an The Libertines denkt, dann ist da automatisch Chaos. Anfang des letzten Jahrzehnts galt die Band als britische Antwort auf die Strokes, aber im Gegensetz zu den New Yorkern erschufen sie sich eine eigne Welt: Albion, ein poetischer Name für die britischen Inseln, mit einer eigenen Version von Bohème und Romantik. Diese Bohème umgibt die Band noch heute, mit ihren Texten voller Referenzen zu Orwell ("Anthems for Doomed Youth") und Rudyard Kipling ("Gunga Din").

"Anthems for Doomed Youth" wurde komplett in Thailand aufgenommen und von Jake Gosling (Ed Sheeran, One Direction) als Nachfolger für Mick Jones produziert. Diese Entscheidung mag kontrovers sein, war aber auch mehr als notwendig. Schließlich starten The Libertines nicht wieder mit Gigs in Londoner Wohnungen, sondern als Headliner auf Festivals in ganz Europa. Nie klangen sie druckvoller als auf "Anthems for Doomed Youth". Mit dem Song "Gunga Din" warten sie mit einem wunderbaren Reggae und Ska Gitarrenriff auf. Textlich waren Doherty und Barât schon immer fast schmerzhaft ehrlich über ihre problematische Vergangenheit miteinander und da ist auch "Gunga Din" keine Ausnahme. Doherty konfrontiert sich mit seiner Drogensucht und Barât verflucht sein Spiegelbild. Oder doch vielleicht auch Doherty?

Doch wenn Carl Barât und Pete Doherty am Ende von "Glasgow Coma Scale Blues" gemeinsam "What happened to the joy in the hearts of the boys" singen, scheint es so, als wäre die alte Chemie zwischen den beiden wieder da. All is good in Albion - for now.


ALTERNATIVE
Destroyer / Poison Season / Cargo / 1 CD, € 16,99 / 1 LP, 24,99

Er erinnert schon ein wenig an David Bowie, dieser Dan Bejar. Wie er sich mit Chamäleon-artigem Instinkt in den unterschiedlichsten Klangwelten zurechtfindet. Der Destroyer-Frontmann charakterisierte sein Ziel einmal so: bei jedem Album ganz von vorne anfangen. Auf "Poison Season" ist es diesmal nicht anders und auf den sophisticated 80er Art Pop des Vorgängeralbums "Kaputt" folgt nun eine abwechslungsreiche Platte, die in diesen Tagen ihresgleichen sucht. Wenn die Single "Dream Lover" den Hörer mit ihrem Springsteen-Rock und einer überschwänglichen Bandinstrumentation aus der Kammermusik des Openers "Times Square" reißt, dann erahnt man das Mosaik aus Stilen und Stimmungen, die einen erwarten. Die Synthesizer auf dem Vorgänger "Kaputt" wurden weitestgehend durch Streicher und Bläser ersetzt. Damit erschafft Destroyer eine träumerisch-schwermütige Klangwelt. Im Albumhighlight "Girl in the Sling" begleiten Dan Bejar Streicher und ein minimalistischer piano part, bevor ein atmosphärisches Saxophon den Raum weitet und sich am Ende im lauten Chaos verliert. "Poison Seaon" hält den Hörer in Atem und schafft es, auf dem Drahtseilakt zwischen Romantik und Kitsch, Rock und Jazz, nie die Balance zu verlieren.


ALTERNATIVE
The Arcs / Yours, Dreamly / Warner / 1 CD, € 17,99 / 1 LP, € 34,99

The Arcs, das sind Dan Auerbach von The Black Keys, Leon Michels (Charles Bradley), Richard Swift (Shines) und eine handvoll engster Freunde. In nur zwei Wochen ist "Yours, Dreamly" bei spontanen Sessions in Los Angeles, Nashville und New York entstanden und diese Spontaneität hört man dem Album auch an. Alles war erlaubt. Die beste Idee hat gewonnen und wurde umgesetzt. Ob nun elektrische Gitarrenklänge, Beats die sich eher am Hip Hop orientieren, dort eine Akustikgitarren, dann ein vorsichtiges Piano im Hintergrund oder einfach straighter Soul und R´n`B. Dennoch Ist Auerbachs Handschrift klar zu erkennen, der generelle Sound von"Yours, Dreamly" orientiert sich am letzten Black Keys-Album "Turn Blue". Eine leicht psychedelische Note gepaart mit Gitarrenlicks, diesem unverwechselbaren Sound der Hammond Orgel, den von Leon Michels gespielten Bläsern und der wunderbaren Stimme Dan Auerbachs: einfach eine wunderbare Jam-Platte!


DREAM-POP
Beach House / Depression Cherry / Rough Trade / 1 CD, € 16,99 / 1 CD + LP, € 29,99

"For us, Depression Cherry is a color, a place, a feeling, an energy... that describes the place you arrive as you move through the endlessly varied trips of existence... " So beschreibt Victoria Legrand die Namensgebung ihres fünften Albums. Und es soll eine Rückkehr zur Einfachheit sein, denn nach den Erfolgen der Alben "Teen Dream" und "Bloom" wollte das Dream-Pop-Duo aus Baltimore auf allzu viel Instrumentation verzichten und sich wieder am Sound ihrer ersten beiden Alben "Beach House" und "Devotion" orientieren. Eine mutige Entscheidung, denn mit dem Erfolg kamen auch die größeren Hallen und die Überzeugung, diesen neugewonnenen Raum auch füllen zu müssen. Jetzt also die Abkehr davon. "Depression Cherry" ist ein Album voller schöner Dream-Pop-Songs, die genug Raum lassen, damit Musik und Texte sich entfalten und eine traumhafte Atmosphäre schaffen können, in der die Titel ineinander überfließen. Dennoch gibt es Momente auf "Depression Cherry" die Beach House so direkt und geraderaus wie noch nie zeigen. Sowohl die CD, als auch die Vinyl sind in rotem Samt verpackt. Ein Vergnügen, das allein den Käufern der haptischen Formate vorbehalten bleibt.


AKTION
Der neue Sound Berlins. Jetzt gratis den Sampler "listen to berlin 2015/16" abholen!

Vom 1. bis 30. September in unserer Musikabteilung im Untergeschoss: Holen Sie sich den Gratis-Sampler "listen to berlin 2015/16". Neue Acts und etablierte Künstler: Auf der Compilation "listen to berlin 2015/16" hören Sie, wie einzigartig und vielfältig die Berliner Musikszene ist. Mit dabei sind Stücke von Bands und Solokünstlern wie Cyminology, Sookee, Robert Koch, I'm Not A Band und Aischa Parker.

 

 

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