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Aus dem Haus

Fantastische Literatur aus Indie-Verlagen

  • 21.04.2016
  • Christian von Aster / Höllenherz / Edition Roter Drache / 63 S. / € 12,00 // Klicken Sie auf das Bild für die gesamte Cover-Galerie
  • Tanya Huff / Die Silbernen / Feder & Schwert / 596 S. / € 15,99
  • Andreas Zwengel / Panoptikum / Saphir im Stahl / 376 S. / € 12,95
  • Sabine M. Schmid / Das geheime Leben des Nachtfalters / Papierverzierer Verlag / 280 S. / € 13,95

Christian von Aster / Höllenherz / Edition Roter Drache / 63 S. / € 12,00 // Klicken Sie auf das Bild für die gesamte Cover-Galerie

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Unser Azubi Christoph Giese ist großer Fantasy-Fan. Jetzt war er als Perlentaucher unterwegs und hat jede Menge fantastische Literatur aus Indie-Verlagen gelesen. Seine vier größten Entdeckungen stellt er Ihnen hier der Reihe nach vor. Sie möchten selbst durch unsere große Auswahl an Fantasy-Literatur stöbern?

Dann kommen Sie in unserer Etage vorbei - Christoph und alle weiteren Mitarbeiter freuen sich auf Sie!


Christian von Aster / Höllenherz / Edition Roter Drache / 63 S. / € 12,00

Ein Teufel, der aus der Hölle verstoßen wurde und nun durch die Welt wandelt. Seiner Begierde und Lust nachgibt, nur um immer wieder menschlich zu weinen und alleine zurückzubleiben. Verdammt und verstoßen, wie bei einem Teufel nicht anders zu erwarten. Aber die immer wieder humoresken Anspielungen und inhaltlichen Wendungen lassen die Geschichte nicht langweilig werden, um letztlich in einem trockenen schwarzhumorigen Finale zum Abschluss zu kommen.

Alleine das Cover verlockt und verheißt. Die wunderschönen Illustrationen stammen von Sergej Schell. Sprachlich erwartete mich eine Mischung aus Klischee-Poesie, mediävistisch angehaucht. Ganz so, als würde ich wieder im Seminarraum sitzen und mich mit der Literatur des 12. bis 13. Jahrhunderts beschäftigen. Nur eben irgendwie modern, ohne es wirklich zu sein.

Da ich die Texte und Geschichten von von Aster bisher immer sehr begeistert gelesen habe, war dieses optische Schmankerl absolute Pflichtlektüre – die investierte Zeit hat sich definitiv gelohnt. Meinen Buchtipp abschließen kann ich nur mit dem Untertitel des Werkes, denn ich finde einfach keine passendere Formulierung, um zu vermitteln, was man zu erwarten hat: „eine erotopoetische Diableske tragischer Natur“.
  

 

Tanya Huff / Die Silbernen / Feder & Schwert / 596 S. / € 15,99

Mirian Maylin, Magierin des gerade einmal ersten Grades, ist die Hoffnung für das kleine Königreich Aydori. Das übermächtige Nachbarland greift an, bestens ausgerüstet mit neuartigen Waffen und Silbermunition. Urban-Fantasy meets Steampunkt, gepaart mit dem klassischen Grundsetting aus der High Fantasy – so zumindest mein erster Eindruck.

Beim weiteren Verzehr des Buches durfte ich dann allerdings feststellen, dass es sich eben nicht nur um ein Mischmasch aus Altbekanntem handelt, sondern vielmehr sehr gut durchdacht und aufeinander abgestimmt ist. Die verschiedenen Genrepartikel passen wunderbar zusammen und lassen eine völlig eigene Welt entstehen, die mehr als nur Spaß macht. Werwölfe, Übersinnliches, ein stimmiges Magiekonstrukt wissen zu überzeugen. Huff hat mich positiv überrascht, da ich von ihrer Urban-Fantasy anno dazumal nicht wirklich begeistert war. Hier aber bietet sie ein faszinierendes Werk, das geradezu in einem Rutsch verschlungen werden will.

 

Andreas Zwengel / Panoptikum / Saphir im Stahl / 376 S. / € 12,95

Wenn das Buch hält, was das Cover verspricht: Eine starke Sammlung von Kurzgeschichten, die so ziemlich alles beinhaltet, was sich das Herz eines Freundes der fantastischen Literatur erhofft. Nicht nur tolle Plots und Settings, sondern auch eine angenehme, passende Sprache. Monster, Hexen, Vampire, Aliens – was will man denn mehr?

Hänsel und Gretel sind mit von der Partie, ebenso SciFi-Hacker, aber auch Gargoyles dienen der spannenden kurzweiligen Unterhaltung. Es geht quer durch die bekannte wie auch unbekannte Welt. Berlin, Paris, Siebenbürgen und Mexiko lassen sich dank der Geschichten wundersam bereisen. Abtauchen in die verschiedenen Genreelemente, sei es Science Fiction, Horror, Paranormales oder auch der klassische Genuss von Fantasy.

Ein absolut gelungenes Werk, das hervorragenden Lesespaß bereithält. Absolutes Muss für alle, die nicht immer nur die dicken Wälzer verschlingen wollen.

  

Sabine M. Schmid / Das geheime Leben des Nachtfalters / Papierverzierer Verlag / 280 S. / € 13,95

Als ich auf der Verlagsseite die Kategorie „Philosophische Phantastik“ entdeckte, war meine Neugier geweckt und kurz darauf habe ich mir dieses schmale, sehr schön aufgemachte Buch zu Gemüte geführt.

Die junge Gerr träumt. Träumt zum Greifen nahe Träume, nur um ihnen letztlich zu folgen. Die Suche nach sich selbst und der Gestalt aus ihren Träumen beginnt. Sie begegnet unter anderem Gauklern, zwei sprechenden Delfinen und immer wieder sind da diese Träume. Gerade die Mischung aus realem Geschehen und der Traumwelt, in die Gerr immer wieder bewusst eintaucht, gebiert eine wunderschöne Geschichte, die ich so nicht erwartet hätte. Gerade zu Beginn kam mir der Plot wie eine Coming of Age-Story vor. Die Sprache variiert von schlicht anmutend, vor allem wenn Gerr in der Realität unterwegs ist, bis zu zusehends metaphorisch und geradezu magisch, sobald die Geschichte in den Träumen vorangetrieben wird.

Ein absolut packendes Buch. Interessant und ungewöhnlich. Eine ausgezeichnete Abwechslung für alle, die neue Wege der Fantasy entdecken und erleben wollen. Während dem Lesen konnte ich dem Papierverzierer Verlag nur noch zustimmen: Philosophische Phantastik. Ein wahres Lesevergnügen zum Nachdenken und Schmunzeln, magisch und spannend bis zum letzten Buchstaben.

 

 

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