Aus dem Haus

Kurz, knapp, subjektiv: Unsere aktuellen Plattenkritiken

  • 10.03.2017

Les Amazones d'Afrique: Republique Amazone

Was für ein Line Up: Angelique Kidjo, Mariam Doumbia, Nneka, Rokia Koné und viele andere proklamieren die Republik der Amazonen. Die westafrikanischen Musikerinnen haben eine wichtige Botschaft, nicht nur für Afrika: Sie wollen die Gleichstellung der Geschlechter im starken Glauben daran, dass ihre Musik soziale Veränderung herbeiführen kann. Ein Meisterwerk mit einem glaubhaften Anliegen!  

 

Laura Marling: Semper Femina

Eine unserer Lieblings-Singer-Songwriterinnen betört auf ihrem neuen Album alle Berufsmelancholiker mit wunderbaren Melodien und Texten. Musikalisch basiert "Semper Femina" auf Streichern, mit den Fingern gezupfter Gitarre und altmodischen Sounds auf der elektrischen Gitarre. Ein Ding von großer ausgereifter Schönheit!

 

The Magnetic Fields: 50 Song Memoir

Andere schreiben Bücher, Stephen Merritt schreibt fünfzig Songs. Einen für jedes Jahr seines bisherigen Lebens. Oft gelingt es ihm, diese Songs auch musikalisch in eine Zeitreise zu verwandeln. Ein opulentes Werk auf fünf CDs. Viel spannender kann man eine Lebensgeschichte nicht erzählen.

Awa Ly: Five And A Feather

Überraschungen haben den Vorteil, dass sie völlig unerwartet kommen. So geht es uns auch mit dem vorzüglichen Album von Awa Ly. Die in Italien lebende senegalesische Sängerin hat einen betörend erdigen Ton in ihrer Stimme. Sie bewegt sich schlafwandlerisch zwischen musikalischen Welten. Manchmal jazzig, manchmal rootsig und ganz besonders intensiv beim Duett mit Faada Freddy beim Song "Here". Live im Grünen Salon zu erleben am 23.04.2017.

Virtual Plants: Sleeping On Trains

Wer seine elektronischen Momente entspannt und unaufgeregt mag, ist bei Manuela Doetsch und Michael Baumann bestens aufgehoben. Verträumte Synthi-Klänge treffen auf Elfen-Gesang, der sich auch nach vielfachem Hören nicht abnutzt. Entstanden zwischen Würzburg und Berlin klingt "Sleeping On Trains" nach langen, einsamen Bahnfahrten mit obligatorischen Höhepunkten bei den Stops im Bahnhof und beim Umsteigen. Abfahrt garantiert!

David Orlowsky Trio: Paris - Odessa

Wo wir gerade beim Bahnfahren sind: Auch der erste Song auf dem neuen Album vom David Orlowski Trio ist dem Nachtzug gewidmet und zwar mit Fahrziel Odessa. Die Klezmer-basierte Musik auf dieser musikalischen Reise saugt auf und verarbeitet alles, was regional auf dem Weg liegt. Natürlich wie gewohnt meisterlich interpretiert!

Rainald Grebe: Das Elfenbeinkonzert

Worte können auch wehtun. Wahrheiten in Worte verpackt sowieso. Wahre Worte, die wehtun in Verbindung mit Musik, wenn von Rainald Grebe intoniert und komponiert, eher nicht. Die reißen Dich vom Hocker vor Lachen. Rainald Grebes aktuelles Soloprogramm ist genau auf Linie und er gibt sich die Ehre, dies genauso bei uns am 18. März auf die KulturBühne zu bringen. Selbstverständlich originell und teilweise gleichermaßen hintersinnig wie absurd. Grebe eben!

 

 

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