Aus dem Haus

Kurz, knapp, subjektiv: Unsere aktuellen Plattenkritiken

  • 28.04.2017

Gorillaz: Humanz

Eine schier unendliche Schar von Kollaborateuren haben sich die Mannen um Damon Albarn ins Haus geholt. Der Abwechslungsreichtum des ursprünglich virtuellen Comic-Projektes hat dadurch bahnbrechend zugelegt. Das Feuilleton zeigt sich größtenteils begeistert. Mein persönlichen Highlights? "We Got The Power" mit Jehnny Beth von den Savages und einer gehörigen Portion Noel Gallagher, "Halleujah Money" mit Benjamin Clementine und "Momentz" mit De La Soul.

Feist: Pleasure

Pausen können für die Kreativität von Künstlern durchaus positive Auswirkungen haben, wie Feist auf "Pleasure" beweist. Die Pop-Sensibilität ist immer noch da und doch überraschen die neuen Songs mit ihren Arrangements auf allen Ebenen. Viel brachialer als von Leslie Feist gewohnt, geht es hier zu Werke. Offensichtlich ist seit ihrem letzten Album "Metals" viel passiert und das hat diese wunderbare, kantige und fordernde Platte ergeben.

Glashaus: Kraft

Und noch ein Projekt, das eine lange Pause gemacht hat. Moses Pelham, Martin Haas und Cassandra Stehen sind nach zwölf Jahren wieder die originale Glashaus-Kombo. Leiden, Entbehrung und Sehnsucht sind die zentralen Themen, die im Glashaus-Kosmos schon immer eine zentrale Rolle spielten. Mit "Gegen den Strom" erlaubt sich Moses auch gleich noch einen netten Seitenhieb auf Kraftwerk, die ihn wegen einem 2-Sekunden-Sample bereits 1999 vor den Kadi zerrten. Ein rundes Album, das allen Neo-Soulern schön auftut, warum Glashaus immer die Spitze der ersten Liga des Genres bildet.

Alice Francis: Electric Shock

Erschien das Debütalbum von Alice Francis noch bei einem Major, so kommt ihr zweites Album jetzt bei einem Indie heraus. Da wurden Erwartungen wohl zumindest in Verkäufen nicht erfüllt. Schadet dem Spaß mit dem elektro-swingenden Zweitling aber nicht. Schließlich gelingt es Alice mit ihren beiden Sidekicks so viele moderne tanzbare Elemente aus unterschiedlichsten Stilrichtungen zu integrieren, dass es eine wahre Freude ist. Am 14.05.17 kann man sich davon live im Bi-Nuu in Kreuzberg überzeugen. Vorher natürlich die Scheibe kaufen! Verdammt heiß!  

Mario Batkovic: Mario Batkovic

Das Highlight der letzten Neue Meister-Veranstaltung in der VW Drive World. Der aus Bosnien stammende und in der Schweiz lebende Akkordeon-Virtuose ist ein Tausendsassa, der auf vielen Stühlen bestens Platz findet. Klassisch ausgebildet lotet er die Möglichkeiten seines Instrumentes in ungeahnten Sphären aus. Manchmal klingt das Spiel wie Low-End-verzerrtes Feedback, dann wie ein obskurer Analog-Synthesizer. Aber der gemeinsame Faden ist die Qualität der Umsetzung und Batkovics vollendetes Akkordeon-Spiel. Wahrlich atemberaubend!

 

 

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