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Rezensionen aus unserem aktuellen Jazz-Newsletter

Aus den vielen neuen Platten hat unser Mitarbeiter Stefan Schmidt für den aktuellen JAZZ-NEWSLETTER seine persönlichen Favoriten herausgepickt und rezensiert. 

Alle Platten, die wir Ihnen hier empfehlen, finden Sie noch einmal gesammelt in DIESER PLAYLIST.

 


 

Pat Metheny: From This Place

Ein dichtes, vielschichtiges Werk, das mit jedem erneuten Hören faszinierender wird.

Während der letzten Jahre tourte der amerikanische Gitarrist und Komponist Pat Metheny in einem neu formierten Quartett mit dem walisischen Pianisten Gwilym Simcock, der Kontrabassistin Linda May Han Oh und dem mexikanischen Drummer Antonio Sanchez rund um den Globus und spielte dabei erstmals kein aktuelles Material, sondern ausgewählte Stücke aus seiner jahrzehntelangen, erfolgreichen Karriere.

Eine Fachsimpelei mit dem großen Bassisten Ron Carter über die Arbeitsweise des Miles Davis Quintett der späten 60er brachte Metheny auf den Gedanken, diese über Jahre eingespielte Live-Band in einem Studio mit komplett neu geschriebenem, ungeprobtem Material zu konfrontieren.

Schon am ersten Tag der Aufnahmesessions in den New Yorker Avatar Studios hörte Metheny in seinem Kopf zusätzliche, nicht notierte Klänge und ermunterte seine Musiker, Raum zu lassen für undefinierte weitere Details. Zusammen mit den erfahrenen Arrangeuren Alan Broadbent und Gil Goldstein erweiterte Metheny die aufgenommenen Kompositionen um orchestrale Elemente, die vom Hollywood Symphony Orchestra unter der Leitung von Joel McNeely eingespielt wurden.

Das Resultat, 10 Tracks mit einer Spieldauer von 77 Minuten, klingt wie eine Zusammenfassung der diversen musikalischen Persönlichkeiten ihres Schöpfers. Anmutig, ambitioniert, kompromisslos und trotzdem zugänglich, zeigt es Metheny auf dem Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens und sein Ensemble in bestechender Form, sei es eine vertrackt swingende Nummer wie „Pathmaker“, eine sanfte Ballade, die zum Orkan anschwillt „You Are“, oder die 13-minütige, dramaturgisch perfekte Suite „America Undefined“.

„From This Place“ ist ein dichtes, vielschichtiges Werk, das mit jedem erneuten Hören faszinierender wird und ein Meilenstein in einer an Kostbarkeiten reichen Diskografie.

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Wolfgang Haffner: Kind of Tango

Dieses fantastische Album vermählt die Magie des Tango mit dem zeitgenössischen europäischen Jazz.

Tango ist mehr als ein Tanz oder ein Musikstil. Der Tango ist ein rätselhafter innerer Zustand und steht für ein Lebensgefühl, das sich längst, weit über Argentinien hinaus, in fast alle Teile der Welt verbreitet hat. Für Musiker bedeutet Tango nicht nur Spieltechnik, sondern das Nach-Empfinden und Übertragen einer Haltung, die von Kraft und Melancholie, Eleganz und Urbanität geprägt ist.

Wolfgang Haffner, seit langem einer der wichtigsten Protagonisten im europäischen Jazz, hat auf seinem neuen Album „Kind of Tango“ genau diesen Ansatz gewählt. Wie bei den Vorgängern seiner „Kind of ..“-Trilogie (Cool Jazz und Spanien, beide sehr zu empfehlen) werden auch hier Klassiker des Genres durch Eigenkompositionen der beteiligten Musiker ergänzt, die den Standards in nichts nachstehen. Nehmen wir beispielsweise „El Gato“, wo sich Christopher Dell’s Vibraphon über das anfängliche Rumoren von Piano, Bass und Schlagzeug erhebt und das Ensemble im weiteren Verlauf des Stücks eine immense Schubkraft entwickelt.

Bewährte Mitstreiter aus der großen ACT-Familie bilden das Gerüst der Band. Bassist Lars Danielsson (zusätzlich noch Cello) ist Anker und Motor zugleich, der inspirierte Gitarrist Ulf Wakenius steuert mit dem „Tango Cordoba“ eine großartige Komposition bei. Den tango-typischen Bandoneon-Part übernimmt mit Vincent Peirani einer der großen Modernisierer des Akkordeons. Der blutjunge Pianist Simon Oslender überzeugt durch seine Vielseitigkeit. Zusätzliche Klangfarben bekommt der organische Sound des Ensembles durch Gastauftritte des Trompeters Sebastian Studnitzky und des amerikanischen Saxophonisten Bill Evans.

Wolfgang Haffner selbst ist mit seinem erfindungsreichen Schlagzeugspiel das pochende Herz dieses fantastischen Albums, das die Magie des Tango mit dem zeitgenössischen europäischen Jazz vermählt.

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Moses Boyd: Dark Matter

Ein eigenständiger Puls mit teils fieberhafter Extase!

Moses Boyd, ein Endzwanziger mit karibischen Wurzeln, ist das rhythmische Zentrum der neuen Londoner Jazz-Generation, eines überschaubaren und bestens vernetzten Haufens extrem talentierter junger Musiker, deren genresprengende, zukunftsweisende Jazz-Vision weit über die Grenzen Englands hinaus für Aufsehen sorgt.

In den letzten Jahren veröffentlichte er zusammen mit dem Saxophonisten Binker Golding einige Alben als Duo Binker & Moses, er produzierte die großartige Jazz/Reggae-Sängerin Zara McFarlane und trommelt mit den Szene-Stars Shabaka Hutchings, Nubya Garcia oder Theon Cross, aber auch mit R&B/ Rap-Acts wie Sampha und Little Simz oder dem brasilianischen Soul-Jazzer Ed Motta.

Boyd zählt so unterschiedliche Musiker wie Bebop-Drummer Max Roach, „Mr Afrobeat“ Tony Allen und den Electro-Tüftler Aphex Twin zu seinen Inspirationsquellen und tatsächlich finden diese scheinbar unvereinbaren Einflüsse organisch in seiner Musik zusammen.

Auf „Dark Matter“, seinem nominellen Debütalbum, finden sich kaum „klassische“ Jazz-Beats wie Swing, Blues, Funk oder Bossa, sondern ein eigenständiger Puls, der sich aus afrikanischer und karibischer Rhythmik und den Break-Beats britischer Clubsounds speist. Auf einigen Tracks des mit Höhepunkten gespickten Albums erreichen Boyd und seine Mitstreiter die fieberhafte Ekstase eines Fela Kuti, andererseits gibt es astralen Space-Jazz („What Now“), der den Geist von Miles Davis‘ „In A Silent Way“ ins 21. Jahrhundert transportiert. Im vielleicht besten Track „2 Far Gone“, einem ultramodernen Grime-Jazz mit nervösem Dance-Beat, spielt Keyboarder Joe Armon-Jones (Ezra Collective) ein geradezu überirdisches Solo.

Wenn man bedenkt, dass dieser Sound mittlerweile aus den Smartphones Londoner Teenager scheppert, muss man sich über die Zukunftsfähigkeit von Jazz keine Gedanken machen.

The Time is Now!

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Ted Poor: You Already Know

Knackige Duette mit subtiler, zusätzlicher Instrumentierung!

Der amerikanische Schlagzeuger Ted Poor (Jahrgang 1981) ist bisher unter meinem Radar geblieben, obwohl er mit Bill Frisell, Myra Melford oder Mark Turner auf der Bühne stand und auf wesentlichen Alben von Ben Monder und Cuong Vu (u.a. bei dessen Kollaboration mit Pat Metheny) mitwirkte. Seine Vielseitigkeit und Offenheit für andere Genres beweist er in der Band des Singer/Songwriters Andrew Bird oder in der Zusammenarbeit mit dem Bluegrass-Erneuerer Chris Thile (Punch Brothers).

Jetzt erscheint unter seinem Namen auf dem Impulse-Label das Album „You Already Know“, das Poor als einen originellen Jazz-Drummer und talentierten Komponisten ausweist. Sein Partner bei diesem Set ist der Saxophonist Andrew D’Angelo, der auch für einen Teil der Kompositionen verantwortlich ist. Als Duett konzipiert und eingespielt, haben die Aufnahmen eine raue, ungeschliffene Klarheit, die Assoziationen mit dem New Yorker Loft-Jazz der 70er hervorruft.

Poor’s Stil ist akzentuiert, ökonomisch und ungewöhnlich melodisch. Tatsächlich konnte ich beim Hören des Albums die Schläge auf Toms, Snare oder Hi-Hat geradezu visualisieren. D’Angelo ist kein Saxophonist der vielen Noten, sondern ein Meister der Repetition und Themensetzung. Der Sound, der sich aus ihrem Zusammenspiel ergibt, klingt frisch und improvisiert.

Die endgültige Fassung des Albums wurde in Los Angeles zusammen mit dem Rock-Produzenten Blake Mills (Alabama Shakes, Fiona Apple, Laura Marling) realisiert, der die knackigen Duette mit subtiler, zusätzlicher Instrumentierung ausleuchtet.

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