Anfahrt

Dussmann das
KulturKaufhaus

Friedrichstraße 90
10117 Berlin

Bhf Friedrichstr.

Kundenparkplätze im Parkhaus Dorotheenstraße / Charlottenstraße

Zum Routenplaner

Online-EinkaufsService

Hier können Sie Ihre Lieblingsprodukte direkt online reservieren.

Ihre Reservierung steht dann innerhalb von kurzer Zeit für Sie zur Abholung bei Dussmann das KulturKaufhaus bereit. Gerne liefern wir auch direkt an Ihre Wunschadresse.

Wunschprodukt reservieren

Henry Purcells grandioses Meisterwerk "King Arthur"

"Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß unser englisches Gemüt nicht diesen fortwährenden Gesang verträgt [...] Unsere englischen Gentlemen sind, wenn ihre Ohren auf ihre Kosten gekommen sind, begierig, ihren Geschmack befriedigt zu sehen, und wollen Musik und Tanz eng verflochten mit Komödie und Tragödie.“

Mit dieser Aussage versuchte Peter Anthony Motteux Ende des 17. Jahrhunderts zu erklären, warum in England die durchkomponierten Opern wie in Frankreich oder Italien damals ohne Erfolg blieben. Die englischen Komponisten fügten sich dem Zeitgeschmack des Publikums, das der Handlung besser folgen konnte, wenn die Texte gesprochen wurden. Tänze, Arien und Intermezzi waren dazu vorgesehen, die Gefühlsebene zu interpretieren, die Zuschauer mit Kunst zu zerstreuen. Daraus entwickelte sich die Gattung der Semi-Oper, in deren Tradition auch Henry Purcell komponierte.

 

 

Seine Oper „King Arthur or The British Worthy“ wurde im Sommer 1691 im Londoner Queen’s Theatre uraufgeführt. Henry Purcell hatte dieses Werk nach  einem Schauspiel von John Dryden verfasst, dem damals bedeutendsten englischen Dichter. Die märchenhaften Figuren sollten dabei nicht nur Fantasien befördern, sondern als Allegorien auf politische Missstände in England verweisen. Die Handlung selber dreht sich um den britischen König Artus/Arthur, der die Eroberung seines Landes durch die Sachsen verhindern will und um seine Verlobte, die blinde Prinzessin Emmeline kämpfen muss. Sie wird vom Sachsenkönig Oswald von Kent gleichermaßen umworben. Arthur siegt über die Eindringlinge und kann seine Emmeline in die Arme schließen – das Loblied auf die Liebe und Britannien krönt den Schluss der Oper. Purcell besetzt die Hauptrollen mit Schauspielern, die sprachgewandt die Handlung vorantreiben. Die Sängerriege agiert in den Nebenrollen als Hirten, Geister oder Sirenen.

 

 

»Es gibt wohl keinen Komponisten der Zeit, der harmonisch so kühn war, der so weit in seiner Klangsprache gegangen ist und der zugleich so genau auf die Texte geachtet hat, die er vertonte.« René Jacobs

 

Im Januar 2017 hatte eine Neuinszenierung von Purcells „King Arthur“ an der Staatsoper Unter den Linden Premiere. Die Akademie für Alte Musik spielte unter der Leitung von René Jacobs. In einem Interview, das während der Produktion geführt wurde, äußerte sich der Dirigent zur Musik: „Purcell ist so unglaublich originell. Es gibt wohl keinen Komponisten der Zeit, der harmonisch so kühn war, der so weit in seiner Klangsprache gegangen ist und der zugleich so genau auf die Texte geachtet hat, die er vertonte. Purcell selbst hat ja einmal gesagt, dass ein Song nichts anderes sei als »the exaltation of poetry«, d. h. die Verherrlichung der Poesie. Und so hat er auch komponiert: immer sehr vom Text ausgehend, mit einem sicheren Gespür für die dramatischen Wirkungen, welche in den Worten enthalten sind und die sie offenbaren sollen. Purcell ist ein genuiner – ich möchte sogar sagen ein »genialer« – Theaterkomponist gewesen, immer sehr pointiert und humorvoll, nicht selten sogar mit einer ausgesprochen ironischen Note.“

Die beiden Regisseure Sven-Eric Bechtolf und Julian Crouch legten in ihrer Produktion an der Staatsoper Unter den Linden das sagenhafte Geschehen von King Arthur in eine Art Rahmenhandlung. Eine Familiengeschichte, die in England während des zweiten Weltkrieges spielt, handelt von einem achtjährigen Jungen, der um seinen bei einem Kampfeinsatz verstorbenen Vater trauert. Damit der kleine Arthur seine Trauer überwinden kann, lesen ihm Familienangehörige die Legende von King Arthur vor. In der Phantasie verwandeln sich die realen Personen um ihn herum zusehends in die Figuren der britischen Sage.

 

 

Über die Neuinszenierung schrieben die Kritiker unter anderem: „Geschickt verweben die beiden Regisseure den britischen Gründungsmythos – der bei Purcell allerdings ohne die Tafelrunde und das Schwert Excalibur auskommt – mit einer filmrealistischen Story aus dem 20. Jahrhundert, lassen die Figuren zwischen den Erzählebenen hin- und herwechseln. So entsteht eine zirzensische Lustbarkeit mit hohem Schauwert, eine gut dreistündige Kurzweil, die den Geist des 17. Jahrhunderts atmet und zugleich doch auch sehr postmodern wirkt. Die neu hinzuerfundenen Sprechszenen werden auf Deutsch gesprochen, Purcells Musiknummern dagegen auf Englisch gesungen, das Bühnenbild, für das ebenfalls Julian Crouch verantwortlich zeichnet, bietet avancierte optische Gimmicks mit raffinierten Projektionen neben ganz altmodischen Effekten, wenn beispielsweise bemalte Tücher, die von sichtbarer Menschenhand bewegt werden, das Meer repräsentieren. Ein riesiges Ensemble ist da im Einsatz, mit enormem Probenaufwand sind die wunderlichen Dinge, die an den schnell wechselnden Handlungsorten passieren, untereinander verwoben, ja geradezu durchchoreografiert. Mal wird in opernhaften Reimen gesprochen, mal in altmodischem Versmaß deklamiert, wie in Shakespeare-Übersetzungen aus dem 19. Jahrhundert, dann wieder ganz heutig geflucht. Oliver Stokowski feuert als Einfaltspinsel Osmond auf Mario-Barth-Niveau in den Saal und sucht an seinem Handgelenk ständig nach einer Uhr, die ja „noch gar nicht erfunden“ ist. Meike Droste gibt als Emmeline die junge Naive, Hans-Michael Rehberg einen knorzig-raunenden Merlin und Ferdinand Kraemer bewegt sich als Kind durchs seltsame Geschehen, stumm, aber sehr sicher.  Mit der Akademie für Alte Musik verhilft René Jacobs Purcells 328 Jahre alter Partitur zu neuem Leben, einer großartigen, immer wieder verblüffend originellen Musik, die andauernd tanzen will. Stark ist der rhythmische Puls aller Nummern, ob es nun um ernste Liebesdinge geht oder arkadische Schäferidylle, ob Britanniens glorreiche Zukunft besungen wird oder der Wollreichtum seiner Schafe. Selbst martialische Märsche klingen hier nach flotten Menuetten. Und damit die langen Dialogpassagen nicht langweilig werden, damit die musikalische Spannung nicht verloren geht, hat Jacobs aus dem reichen Instrumentalwerk Purcells zusätzlich noch lauter Pretiosen herausgepickt, die sich als Vor-, Nach- und Zwischenspiele nutzen lassen.“ (Der Tagesspiegel)

 

 

Die virtuosen Sänger, etwa Countertenor Benno Schachtner, die Sopranistinnen Annett Fritsch und Robin Johannsen und der Tenor Stephan Rügamer, spielen so überzeugend, dass ein immer wieder verblüffender, später auch berührender Abend entsteht, in dem das Kunststück gelingt, das Bruchstückhafte der Erzählweise zu betonen und doch einen überzeugenden Bogen vom Frühmittelalter bis in die Jetztzeit zu spannen.“ (BR Klassik)


Sänger: Annett Fritsch, Robin Johannsen, Benno Schachtner, Mark Milhofer,Stephan Rügamer, Johannes Weisser, Arttu Kataja

Schauspieler: Michael Rotschopf, Max Urlacher, Axel Wandtke, Hans-Michael Rehberg, Oliver Stokowski, Tom Radisch, Steffen Scheumann, Meike Droste, Sigrid Maria Schnückel

Akademie für Alte Musik Berlin, Chor der Staatsoper Unter den Linden

René Jacobs (Musikalische Leitung), Sven-Eric Bechtolf, Julian Crouch (Inszenierung), Gail Skrela (Choreografie), Kevin Pollard (Kostüme), Olaf Freese (Licht), Martin Wright (Chor), Detlef Giese (Dramaturgie)


 


 

Henry Purcell: King Arthur

Henry Purcells grandioses Meisterwerk King Arthur, aus dem Jahre 1691, mit dem Libretto des Dramatikers John Dryden zählt zu den herausragendsten und beliebtesten Werken der englischen Opernliteratur aus dieser Epoche.

Semi-Opera in fünf Akten, Aufnahme vom 19./20.01.2017 aus der Staatsoper im Schiller-Theater, Berlin

zum Produkt