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Mitarbeiterrezension

Unsere Mitarbeiter empfehlen: Tipps aus dem Jazz-Newsletter

Aus den vielen neuen Platten hat unser Mitarbeiter Stefan Schmidt für den aktuellen JAZZ-NEWSLETTER seine persönlichen Favoriten herausgepickt und rezensiert. Mit dabei sind außerdem Konzerttipps und einige Empfehlungen für Jazz-Sendungen im Radio. 


Alle Tracks, die wir Ihnen in diesem Newsletter empfehlen, finden Sie noch einmal gesammelt in DIESER PLAYLIST.

   

Philip Bailey: Love Will Find A Way

Das Überraschungsalbum des Sommers

Chick Corea und Kenny Barron, Christian McBride und Christian Scott, Kamasi Washington, Lionel Loueke, Robert Glasper, Derrick Hodge, Kendrick Scott: Diese imposante Namensliste ist nur die Spitze des Eisbergs aus hochkompetenten Musikern unterschiedlicher Generationen, die DAS Überraschungsalbum des Sommers veredeln! Der Musiker, um den sich diese illustre Schar versammelt, ist nicht etwa ein Nestor des Jazz oder der aktuelle „hot shot“, sondern ein Soul/Funk Vokalist, der in den siebzehn Jahren seit seinem letzten Album verständlicherweise aus dem Fokus verschwunden ist.

Philip Bailey, der Mann, von dem hier die Rede ist, hat mit seinem unverkennbaren Falsett den Sound der mega-erfolgreichen Funk-Band Earth, Wind & Fire entscheidend geprägt. Die Gästeliste auf seinem mittlerweile zwölften Soloalbum „Love Will Find A Way“ beweist den Stellenwert, den diese legendäre Formation auch für die amerikanische Jazz-Szene hat.

Erwartungsgemäß ist das Album kein puristisches Jazz-Set. Neben Kompositionen von Pharoah Sanders (Titeltrack) oder Oscar Brown Jr. und einigen exzellenten Tracks aus eigener Feder, finden sich auch Tribute an die großen Soulsänger Marvin Gaye und vor allem Curtis Mayfield, dessen großartiges Ghetto-Lamento „Billy Jack“ in dezent afrikanisierter Version das Album eröffnet. Brillant auch das Cover von „You’re Everything“, einer klassischen Chick Corea-Nummer im brasilianischen Stil, in der Baileys geniale Phrasierung sogar die originalen Vocals von Flora Purim übertrifft. Weitere Höhepunkte sind „Stairway To The Stars“ mit Trompetenexkursionen von Christian Scott über einem infektiösen Samba-Beat oder das achtminütige „Sacred Sounds“, das auch auf dem letzten Kamasi Washington-Album nicht deplatziert gewesen wäre.

Ich sehe Grammys am Horizont!

„Love Will Find A Way“ ist unterm Strich ein sensationelles Crossover-Album eines begnadeten Sängers mit genialen Musikern. Ich sehe Grammys am Horizont!

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Joel Ross: Kingmaker

Ich könnte ausführlich über jeden Track schwärmen.

Der blutjunge Chicagoer Vibraphonist Joel Ross ist eine weitere Fontäne in dem erstaunlichen Springbrunnen der aktuellen amerikanischen Jazz-Szene. Wie fast alle neuen Musiker, die zuletzt das Rampenlicht betraten, ist er exzellent ausgebildet, geschichtsbewusst, gut vernetzt und verfügt über einflussreiche Mentoren. Im letzten Jahr tauchte sein Name zudem als Mitspieler auf den bahnbrechenden Alben von Makaya McCraven und James Francies auf. Zeit also für den Materialtest als eigenständiger Künstler!

Zusammen mit seiner clever benannten Formation „Good Vibes“ spielte Ross für das unlängst auf dem Blue Note-Label erschienene Debüt „Kingmaker“ zwölf Kompositionen ein, von denen zehn seiner Feder entstammen. Die Tracks sind ausschweifend, ohne auszuufern, komplex, aber nicht kopflastig, modern ohne Traditionen zu verleugnen.

Der Schlüssel zu der überragenden Qualität dieses Albums liegt im Zusammenspiel der Musiker. Saxophon und Piano verweben sich kontinuierlich mit Ross‘ glockenhellen Vibraphonläufen, die mal perkussiv, mal als Windspiel daherkommen. Sensationell auch Schlagzeuger Jeremy Dutton, dessen Dynamik und Präzision immer locker und spielerisch wirkt. Das furiose „Is This Love That Inspires You?“ spielt Ross nur im Trio mit Dutton und Bassist Benjamin Tiberio: eine wegweisende Nummer, die die vielfältigen Möglichkeiten dieser Formation zeigt.

Ich könnte ausführlich über jeden Track schwärmen. Als Fazit bleibt aber festzuhalten, dass seit dem Auftauchen von Stefon Harris vor zwanzig Jahren kein Jazz-Vibraphonist ein annähernd beeindruckendes Statement abgegeben hat!

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Jan Harbeck: The Sound The Rhythm

Gelungener Beweis, dass auch aus Europa „klassisch amerikanische“ Jazzalben kommen können.

Der dänische Saxophonist Jan Harbeck mag hierzulande noch als Geheimtipp gelten. In seinem Heimatland hat schon das Debütalbum seines Quartetts 2008 den dortigen Grammy verliehen bekommen. „In The Still Of The Night“ und der Nachfolger „Copenhagen Nocturne“ (2011) präsentierten das Quartett als meisterhafte Stilisten im Umgang mit Standards und Balladen des Great American Songbook.

„The Sound The Rhythm“ ist das mittlerweile vierte Studioalbum und es belegt, dass Harbeck mehr als ein exzellenter Interpret des klassischen Jazz ist. Die fünf Eigenkompositionen atmen nicht nur den Geist der großen Ära, sondern streuen gekonnt wie bei einem meisterhaften Regisseur Zitate und Referenzen ein, die auf Harbecks große Vorbilder verweisen.

Inspirationsquelle Nummer eins ist für Harbeck Ben Webster, der vielleicht Unterschätzteste der großen Saxophonisten-Riege um „Bird“, „Hawk“, „Prez“ und „Trane“. Vier Tracks des Albums sind eher wenig bekannte Webster-Kompositionen, dazu kommt noch „Johnny Come Lately“ von Billy Strayhorn. Die Interpretationen sind makellos mit feinen eigenen Nuancen, die Harbeck in diesem schleifenden, atemschweren Ton zu spielen vermag, der so typisch für Ben Webster war.

Aufgenommen wurde das Album an zwei Tagen im November 2018 in Kopenhagen mit den langjährigen Begleitern Henrik Gunde, einem versierten, originellen Pianisten und dem stoischen Bassisten Eske Norlykke. Als Schlagzeuger war Anders Holm für Tag eins der Session und Morten Aero am zweiten Tag geplant. Als Aero während der noch laufenden Aufnahmen auftauchte, um seinen Drum-Set für den nächsten Tag aufzubauen, sprang er spontan bei zwei Tracks als zusätzlicher Drummer ein. „Shorty Gull“ mit seinem perkussiven Intro und einer regelrechten Drum-Battle ist ein Highlight des Albums geworden.

Wir ziehen den Pork Pie Hut!

„The Sound The Rhythm“ ist ein gelungener Beweis, dass auch aus Europa „klassisch amerikanische“ Jazzalben kommen können und dieses Genre, sofern es in den richtigen Händen liegt, nach wie vor außerordentlich lebendig ist. Wir ziehen den Pork Pie Hut!

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Jazz at Berlin Philharmonic IX: Pannonica

Musikalisches Tribut an die "Jazz Baroness" Pannonica de Koenigswarter

Wissen Sie, wo Charlie Parker starb? Seine letzten Tage im März 1955 verbrachte der von einem Leben auf der Überholspur zermürbte geniale Saxophonist in einem noblen Apartment im Stanhope Hotel auf der New Yorker Fifth Avenue. Dort wohnte zu der Zeit die englische Millionenerbin Pannonica de Koenigswarter, geborene Rothschild. Ihres Daseins als Diplomatengattin überdrüssig, avancierte sie zur Förderin, Muse und guten Fee der New Yorker Jazz-Szene.

Das Leben der „Jazz Baroness“, die alle nur liebevoll Nica nannten, ist in Biografien und TV-Features gut dokumentiert. Nun wurde der Baronin auch ein musikalisches Tribut gezollt. Im Rahmen seiner seit einigen Jahren stattfindenden, äußerst beliebten Veranstaltungsreihe „Jazz At Berlin Philharmonic“, kuratierte der rastlose Siggi Loch im Februar 2019 einen Abend zur Würdigung der seelenverwandten Adligen.

Auf dem Programm standen Kompositionen der Musiker, die sich besonderer Unterstützung der Baronin erfreuen konnten: Bud Powell, Horace Silver, Sonny Rollins und, allen voran, Thelonious Monk. Die meisten der ausgewählten Stücke sind sogar ausdrückliche Widmungen an die Mäzenin, oft verklausuliert als „Butterfly“ (Nicas Vater war nicht nur Bankier, sondern auch Insektenkundler und benannte angeblich einen Schmetterling nach ihr).

Interessant ist die Kombination der sechs beteiligten Musiker. Der finnische Pianist Iiro Rantala und die Rhythmussektion mit Dan Berglund (E.S.T., Tonbruket) und Drummer Anton Eger (Phronesis) stehen eher für ein aktuelles und europäisches Jazzverständnis. Die wunderbare Saxophonistin Angelika Niescier ist ein Allroundtalent in Improvisation und der mittlerweile 73-jährige Ernie Watts hat mit seinem Saxophon über 500 Alben von Cannonball Adderley bis Frank Zappa bereichert. Abgerundet wird die Besetzung durch die tolle New Yorker Jazzsängerin Charenée Wade.

Auch gewiefte Jazzhörer sollten sich immer wieder von neuem davon verblüffen lassen, welche geballte Kraft und unbändige Freude eine nahezu willkürlich zusammengestellte Gruppe von perfekten Instrumentalisten entfachen kann! Wer am 6. Februar 2019 in der Philharmonie nicht live dabei war, kann das Ereignis jetzt nachhören. Die an dem Abend beteiligten Zuhörer werden hier sowieso zugreifen.

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Konzerttipp des Monats

13. + 27. Juli / 10. August 2019, 19:00 Uhr | Jazz am Kaisersteg | Kultursommer im Garten – 50 Jahre Jazzkeller Treptow

Der Verein Jazzkeller 69 feiert sein 50jähriges Bestehen mit der Veranstaltungsreihe „Jazz am Kaisersteg“ an fünf Samstagen von Mitte Juni bis Mitte August! Nachdem „Jazz an der Lohmühle“, das traditionelle Sommerfestival des Vereins, nach Oberschöneweide in den Garten der Hasselwerder Villa umgezogen war, gibt es in diesem Jahr einen erneuten Standortwechsel – allerdings nur auf das Nachbargrundstück der Villa. 

Die noch ausstehenden Veranstaltungen finden jeweils samstags am 13. und 27. Juli sowie am 10. August statt und dauern von 19 bis 22 Uhr. Der Eintritt ist „fast gratis“ - individuell bemessene Spenden werden erbeten, um die umzugsbedingte finanzielle Schieflage zu kompensieren.

Auf dem Programm steht improvisierte Musik, Free Jazz und Experimentelles, pro Veranstaltung spielen jeweils zwei Formationen. Probieren Sie doch vielleicht den 27. Juli mit dem Duo Instant Songs des Saxophonisten Frank Gratkowski und des sizilianischen Posaunisten Sebi Tramontana. Anschließend spielt Helmut Forsthoff, ein Urgestein der Jazzszene der DDR, mit seiner Band ein Tributkonzert für seinen Ende letzten Jahres verstorbenen langjährigen Weggefährten Jochen Gleichmann. Uschi Brüning, die Forsthoff und Gleichmann schon aus Zeiten der Klaus Lenz Big Band kennt, ist auch mit von der Partie.

Zur Website vom Jazzkeller 69 


 

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