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Valery Faminsky: Berlin Mai 1945


Die Fotografien des in Moskau entdeckten Archivs des russischen Frontfotografen Valery Faminsky (1914–1993) von der Befreiung Berlins und den ersten Friedenstagen sind künstlerisch beeindruckende wie historisch wertvolle Zeitdokumente.

 

 

»Neuzugang im Kreis der großen Fotografen: Ein Band präsentiert Fotografien von Faminsky aus dem Frühjahr 1945.«

FAZ, Andreas Kilb

 

Mit der in deutscher und englischer Sprache erscheinenden Monografie des russischen Kriegsfotografen Valery Faminsky (1914–1993) liegt jetzt ein Bildband vor, der die Befreiung Berlins, wie die ersten Friedenstage in der Stadt aus einer persönlichen, vor allem aber aus einer sehr menschlichen Sicht zeigt. Faminsky gelangte mit den ersten Soldaten am 16. April 1945 in die umkämpfte Stadt, seine eigentliche Aufgabe war die Dokumentation der medizinischen Versorgung und Logistik von Transporten verwundeter Soldaten für die Militärmedizinischen Institute der Roten Armee. Mit diesen Legitimationen ausgestattet, kann er sich in der Stadt frei bewegen und aufgrund seines (Foto)journalistischen, wie künstlerischen Interesses setzt er sich über das verhängte Verbot der Fotografie von Zivilbevölkerung, Not und Zerstörungen hinweg.

 

 

Faminskys Fotografien schildern ohne jedes Pathos und jede Propaganda, dafür mit einem zutiefst humanistischen Blick die völlig zerstörte Stadt, die erschöpfte Bevölkerung und den Alltag der sowjetischen Truppen. Er zeigt die tiefe Sehnsucht nach Frieden, und sein Interesse gilt immer den individuellen Schicksalen von Menschen auf beiden Seiten der Front. Fremdarbeiter auf dem Weg in die Heimat, deutsche Flüchtlinge, Zivilisten auf der Suche nach Angehörigen, Lebensmitteln und Wasser. Ein Alltag zwischen den Ruinen, der aus extremen Lebenssituationen besteht. In diesen Bildern begegnen sich Menschen, nicht Sieger und Besiegte. Wir sehen die Verletzungen und die Geretteten, nach dem 8. Mai 1945 gibt es keine zwei Seiten der Front mehr, weil es eigentlich nur noch eine Seite gibt: auf der befinden sich diejenigen, welche überlebt haben.

 

 

Am 22. Mai kehrt Faminsky mit seinen Aufnahmen nach Moskau zurück. Er veröffentlicht diese Bilder nie, sie werden in seinem Nachlass von den Enkeln entdeckt und diese bieten das knapp 500 Negative umfassende Archiv im Internet an. Der in Moskau lebende ukrainische Fotojournalist Arthur Bondar entdeckt und erwirbt das Archiv 2017 und macht die Bilder zum ersten Mal der russischen Öffentlichkeit zugänglich. Im Mai 2018 wurde eine kleine Auswahl der Bilder, 73 Jahre nach ihrer Entstehung, zum ersten Mal in Berlin in der Fotobuchhandlung und Galerie »Bildband Berlin« gezeigt. Das Interesse der Berliner war sehr groß, immer wieder stand die Frage nach einer Publikation der Fotografien im Raum. In Gesprächen mit den Kustodinnen des Deutschen Historischen Museums konnte die andere Sicht Faminsky’s auf den Krieg und die historische Einmaligkeit seiner Bilder erläutert werden. So reifte die Idee zwischen Arthur Bondar und Buchkunst Berlin, einen Bildband zusammenzustellen.

 

»Faminskys Fotografien vermitteln nicht nur authentische Szenen, sondern besitzen auch gestalterisch eine hohe Qualität.«

Photonews, Denis Brudna

 

 

Diese erste Veröffentlichung Valery Faminskys in Deutschland ist das Ergebnis der engagierten Arbeit einiger weniger Fotografen, denen diese Bilder wichtig sind und wurde auch durch die großzügige Unterstützung verschiedener Personen, von Historikern, Stadtforschern bis hin zu Politik-Wissenschaftlern, ermöglicht. Durch das jetzige Erscheinen, wird es den letzten wirklichen Zeitzeugen und allen »Nachgeborenen« ermöglicht, eine unverfälschte Sicht auf die uns alle verbindende Geschichte zu werfen und diese zu reflektieren.


 

Fotobuch Berlin Mai 1945 – Valery Faminsky


Herausgegeben von Thomas Gust, Ana Druga, Arthur Bondar, Joseph Dilworth

Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Peter Steinbach
Verlag Buchkunst Berlin | Auszeichnung Deutscher Fotobuchpreis 2019/20 Silber/Shortlist

Leineneinband, 184 Seiten, 114 s/w Abbildungen

2. Auflage, März 2020

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Interview zum Buch »Berlin Mai 1945 – Valery Faminsky« mit Prof. Dr. Steinbach in der Sendung »Der Tag« mit Raimund Stündel beim Deutschen Welle TV.


 

Eröffnung der Ausstellung NEUE ZEIT? am Mittwoch, 9. September 2020, um 19.30 Uhr im Willy-Brandt-Haus

Die Ausstellung NEUE ZEIT? versammelt drei Fotoarchive: Die Aufnahmen eines unbekannten deutschen Soldaten beim Einmarsch in Warschau im Herbst 1939, Aufnahmen des dem Bauhaus nahestehenden Fotografen Dieter Keller von der ukrainischen Front 1941/42, sowie Fotografien des russischen Frontfotografen Valery Faminsky von der Befreiung Berlins und den ersten Friedenstagen in der Stadt.

Ausstellung vom 10. September bis 25. Oktober 2020
Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Ausweis erforderlich

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