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Mitarbeiterrezension

Rezensionen aus dem Jazz-Newsletter

 

Aus den vielen neuen Platten hat unser Mitarbeiter Stefan Schmidt für den aktuellen JAZZ-NEWSLETTER seine persönlichen Favoriten herausgepickt und rezensiert. Mit dabei sind außerdem Konzerttipps und einige Empfehlungen für lohnende Jazz-Sendungen im TV. 


Alle Tracks, die wir Ihnen in diesem Newsletter empfehlen, finden Sie noch einmal gesammelt in DIESER PLAYLIST.

   

 

Combo 66

John Scofield


John Scofield ist neben Pat Metheny und Bill Frisell der wahrscheinlich wichtigste amerikanische Jazz-Gitarrist seiner Generation. Er spielte noch mit Mingus und Mulligan, Chet und Miles, tourte auf dem Höhepunkt der Fusion-Welle mit Billy Cobham und George Duke und fand in den 90ern mit den progressiven Groove-Jazzern Medeski, Martin & Wood Anschluss an eine neue Generation von Jazzhörern. Seit 1977 hat er in locker über 30 Alben fast das komplette Feld amerikanischer Populärmusik des 20. Jahrhunderts von Jazz bis Country beackert.

Combo 66“ heißt Scofields aktuelles Album - in Anspielung auf sein Alter aber leicht nach unten geschummelt, doch 66 wirkt nun mal cooler als 67, siehe „Brasil 66“ oder Route 66. Nach Vorruhestand klingt es aber überhaupt nicht. Womöglich liegt es auch daran, dass Scofield neben seinem langjährigen Drummer Billy Stewart mit Keyboarder Gerald Clayton und dem Bassisten Vicente Archer ein paar (relative) Jungfüchse ins Boot geholt hat.
 

Das einstündige Set mit neun Eigenkompositionen ist „klassischer Scofield“. Ausgestattet mit einem feinen Gespür für memorable Melodien und griffige Themen steuert er seine Combo durch heftig swingende Nummern wie „Dang Swing“ oder den herrlich langsamen Walzer „Uncle Southern“. Highlights sind das groovende „Willa Jean“ mit Solopassagen aller Beteiligten und „New Waltzo“, ein dunkler Bluesrocker mit Claytons fauchender Hammondorgel.

Scofield ist ein mit allen Wassern gewaschener Spielmacher: Er muss nicht mehr jeden Meter laufen, sondern glänzt mit exzellentem Stellungsspiel und millimetergenauen Pässen!
 

Live in Berlin: Donnerstag, 15.11., spielt John Scofield und Combo 66 zwei Sets im Zig Zag Jazz Club in Schöneberg! 

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Hollywood Africans

Jon Batiste


In den USA ist der Pianist und Sänger Jon Batiste bekannt wie ein bunter Hund. Als musikalischer Direktor der „Late Show“ des Letterman-Nachfolgers Stephen Colbert serviert der schlaksige Frauenschwarm mit seiner Hausband Stay Human dem amerikanischen Fernsehpublikum fast täglich eine gute Portion Jazz, Funk und Rhythm & Blues.

Auf seinem Solodebüt „Hollywood Africans“ (benannt nach einem Gemälde des Street Art-Künstlers Jean-Michel Basquiat) verzichtet Batiste weitgehend auf das große Besteck und verlässt sich auf seine Stimme, das Klavier und die goldenen Produzentenhände von T-Bone Burnett, dem Großmeister gepflegter Roots Music. Aufgenommen an drei Tagen im noblen Esplanade Studio in New Orleans, einem ehemaligen Kirchengebäude, ist „Hollywood Africans“ eine intime und höchst persönliche Beschwörung der großen Geister afro-amerikanischer Musikkultur.

Der Opener „Kenner Boogie“, ein Tribut an seine Heimatstadt in Louisiana, ist ein aus dem Handgelenk geschüttelter Ragtime und leitet über in eine sanft-respektvolle Version von „What a Wonderful World“ des größten aller New Orleans-Jazzer, Louis Armstrong. Seine klassische Ausbildung beweist Batiste in „Chopinesque“, das ansatzlos in den „Saint James Infirmary Blues“ mündet.

Wahre Klasse beweist Batiste auch als Songschreiber. „Mr.Buddy“, das dramatisch gospelhafte „Is It Over“ und vor allem die hochkarätige Ballade „Don’t Stop“ zum Abschluss stehen den Standards und Klassikern auf dem Album um nichts nach. Das alles sei erst der Anfang, wird Batiste kolportiert, er möchte das nächste Kapitel der amerikanischen Musik mitschreiben. Wir freuen uns darauf! 

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The Journey

Lionel Loueke


Lionel Loueke, geboren in Benin und mittlerweile in den USA ansässig, verbindet in seiner Musik spielerisch leicht die Rhythmen und Melodien seiner westafrikanischen Herkunft mit Techniken und Strukturen des zeitgenössischen Jazz. Mit seiner Fähigkeit, die verschiedensten Einflüsse zu absorbieren und ihnen eine persönliche Note zu verleihen, erschafft er eine gleichermaßen universelle wie individuelle musikalische Sprache.

Auf seinem neuen, in Paris entstandenen Album „The Voyager“, gastieren folgerichtig exzellente Musiker unterschiedlichster geographischer oder inhaltlicher Herkunft. Im besinnlichen Track „Hope“ spielt er z.B. mit dem klassischen Klarinettisten Patrick Messina, dem vielseitigen Cellisten Vincent Ségal und Cyro Baptista, einem in tausend Sessions gestählten brasilianischen Perkussionisten. Profunde Jazzer wie Saxophonist John Ellis, der karibische Trompeter Etienne Charles oder Violinist Mark Feldman geben ihre Visitenkarte ebenso ab wie der allgegenwärtige Rock-Bassist Pino Palladino.

Die fünfzehn Tracks des Albums, allesamt Eigenkompositionen, sind trotz der Vielzahl der Beteiligten, sparsam und subtil instrumentierte Kostbarkeiten voller rhythmischer Komplexität und melodischer Schönheit. Gesanglich gereift, fühlt sich Lionel Loueke in seiner afrikanischen Muttersprache Fon hörbar wohl. Seine musikalische Reise ist tief empfundener, spiritueller World-Jazz auf höchstem Niveau.

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Where The River Goes

Wolfgang Muthspiel


Vor genau zwei Jahren begeisterte der österreichische Gitarrist Wolfgang Muthspiel sein Publikum mit „Rising Grace“, dessen flüssige, komplexe Kompositionen von einem grandiosen Ensemble veredelt wurden. Für sein neues Album „Where The River Goes“ kehrte Muthspiel nach Südfrankreich in dasselbe Studio („La Buissonne“) zurück und hat ¾ der damaligen Besetzung wieder dabei. Am Schlagzeug ersetzt Eric Harland den unabkömmlichen Brian Blade, ansonsten sind mit Trompeter Ambrose Akinmusire, Pianisten Brad Mehldau und Bassisten Larry Grenadier die drei Musketiere wieder dabei.
Ausnahmekönner wie diese würden noch jedes Material veredeln, aber Muthspiel hat exzellente Kompositionen zu den Sessions mitgebracht. Exemplarisch ist das Titelstück: Muthspiel fächert behutsam einige Noten auf der elektrischen Gitarre auf und überführt sie in einen pulsierenden Rhythmus, der den Teppich für die Mitmusiker bildet. Mehldaus Piano schmiegt sich wie eine Gesangslinie über die Akkorde, Grenadiers Bass zieht dezent das Tempo an und dann, begleitet vom einsetzenden Schlagzeug bricht die Trompete wie die Sonne zwischen Wolken hervor.

Intensive Konversation zieht sich wie ein roter Faden durch das Album. Muthspiel ist als Gitarrist und Bandleader denkbar uneitel. „For Django“ zum Beispiel ist nicht die vermutete Hommage an den Gitarrenvirtuosen Django Reinhard, sondern an den zeitgenössischen britischen Pianisten Django Bates und bietet viel Raum für Mehldau und Akinmusire. Bei der Gruppenimprovisation „Clearing“ verschwindet die Gitarre fast komplett zwischen ratternden Perkussionen und Pianofiguren und meldet sich erst im finalen Zusammenspiel mit der Trompete zurück. Muthspiels einzige Soloexkursion ist das lyrische „Buenos Aires“, eine dreieinhalbminütige Meditation auf der akustischen Gitarre.

„Where The River Goes“ gibt seine facettenreiche Schönheit nicht vordergründig preis, sondern erschließt sich mit jedem neuen Hören mehr.

Wir stehen staunend an Deck, fasziniert vom Strom der Musik und der Topographie der Klänge.
 

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Exhibition Continues

Poogie Bell Band


Poogie Bell aus Pittsburgh ist seit Jahrzehnten Schlagzeuger der Wahl für die Elite im Fusion Jazz, Neo-Soul, R&B oder HipHop! Marcus Miller, Stanley Clark, Al Jarreau, Chaka Khan oder Erykah Badu sind einige der bekanntesten Namen auf der beeindruckenden Liste seiner Arbeitgeber. Der Sohn des Jazzpianisten Charles Bell saß schon als Kleinkind auf dem Schlagzeugschemel, gab sein Bühnendebüt als Zweijähriger und lernte im elterlichen Wohnzimmer von Größen wie Max Roach die Feinheiten des Jazztrommelns.

Sein eigenes Projekt, die Poogie Bell Band, spezialisiert sich auf leichtfüßig groovenden Jazz mit Haken und Ösen. Auf „Exhibition Continues“, dem mittlerweile sechsten Album, finden sich 10 hochklassige Tracks, in denen mühelos Jazz, Soul und Funk mit Latin-Flair fusioniert werden, ohne beliebig oder zu smooth zu klingen.

Die vier Instrumentals des Albums sind Eigenkompositionen diverser Bandmitglieder. Von den 6 Gesangstracks besteht die Hälfte aus Coverversionen, die Poogies breitgefächertes Spektrum widerspiegeln. „A Change Is Gonna Come“ ist eine Bürgerrechtshymne des Soulcrooners Sam Cooke aus dem Jahr 1964, „Lady“ stammt aus der Feder von Raphael Saadiq und D’Angelo und war ein Top-R&B-Hit in1996. Mein persönlicher Favorit ist die Version von Joni Mitchells „Coyote“, in der die nicht nur namentlich hinreißende BeLove Sanaa eine täuschend ähnliche Joni gibt.

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Alle Tracks, die wir Ihnen in diesem Newsletter empfehlen, finden Sie noch einmal gesammelt in dieser Playlist.